Umwelt
Klima und Ressourcen schützen

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Für den Erhalt unserer Lebensgrundlage. Wir bekennen uns zum Umweltschutz und setzen auf eine zielgerichtete Forschung und Entwicklung. Mit unserer Klimastrategie, die regelmäßig aktualisiert wird, möchten wir einen Beitrag zur Eindämmung der negativen Folgen des Klimawandels leisten. Bei all unseren Entscheidungen haben wir aktuelle Umweltfragen im Blick, ob steigende Rohstoffknappheit oder die Gefährdung der Biodiversität: Wir erarbeiten Lösungen, leiten Gegenmaßnahmen ein und übernehmen damit Verantwortung.

Aktueller
Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht

Nachhaltige Baustelle

Alle Maßnahmen laufen auf der Baustelle zusammen – hier zeigt sich, wie konsequent Nachhaltigkeit in der Praxis umgesetzt wird. Genau hier werden ökologische, soziale und wirtschaftliche Anforderungen miteinander verbunden und in konkrete Lösungen übersetzt.

Die Abteilung Nachhaltiges Bauen (NHB) koordiniert dabei zentrale Maßnahmen, setzt Standards und stellt gemeinsam mit den operativen Einheiten sicher, dass Nachhaltigkeitsanforderungen in allen Projekten berücksichtigt werden. Klare Vorgaben, ein effizienter Umgang mit Ressourcen und die frühzeitige Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten sorgen dafür, dass Bauprozesse zukunftsfähig gestaltet werden.

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Als nachhaltiges Bauunternehmen agieren
Ziele 2030

Nachhaltigkeit ist bei der PORR kein Zusatz, sondern Teil jedes Bauprojekts. Ziel ist es, Bauprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette verantwortungsvoll zu gestalten, Umweltbelastungen zu reduzieren und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.

Dabei geht es nicht nur um Risikominimierung, sondern auch um Chancen: effizientere Prozesse, neue Geschäftsmodelle und eine stärkere Position im Markt. Wie gut das gelingt, zeigen die EU-Taxonomie-Kennzahlen. Sie machen transparent, in welchem Umfang Projekte und Investitionen zu den europäischen Klima- und Umweltzielen beitragen.

EU Taxonomie

Nachhaltigkeit in der Umsetzung
Strategische Maßnahmen

Damit Nachhaltigkeit auf der Baustelle konsequent umgesetzt wird, entwickelt die PORR ihre Mindeststandards für nachhaltige Baustellen laufend weiter und richtet sie an anerkannten Zertifizierungssystemen aus. Mit dem ÖGNI-Basiszertifikat „Nachhaltige Baustelle“ gibt es erstmals einen unternehmensweiten Rahmen, der zentrale Anforderungen für alle Baustellen definiert.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verankerung der umfassenden Ökobilanzierung im Baubetrieb. Ein einheitlicher Life-Cycle-Assessment-Standard schafft Transparenz über Emissionen und Ressourceneinsatz und ermöglicht es, den CO2e-Fußabdruck gezielt zu reduzieren.

Auch die Kreislaufwirtschaft wird systematisch gestärkt. Durch die Mindestrecyclingquote der auf der Baustelle anfallenden Abfälle werden Wertstoffe besser genutzt und Deponiemengen reduziert.

Gleichzeitig rückt die frühe Phase von Projekten stärker in den Fokus. ESG und EU-Taxonomie als Standard in der Kundenberatung und Projektentwicklung werden zunehmend verankert. So können Nachhaltigkeitsaspekte bereits bei der Planung berücksichtigt und gemeinsam mit Auftraggeberinnen und Auftraggebern umgesetzt werden.

Als erstes Bauunternehmen in Österreich hat die PORR das ÖGNI-Basiszertifikat für nachhaltige Baustellen im Hoch- und Tiefbau erhalten. Damit wird bestätigt, dass zentrale ökologische, ökonomische und soziale Standards bereits heute auf allen Baustellen systematisch umgesetzt werden. 

Sabrina Seebacher

Nachhaltige Baustelle
+43664 626 1716
sabrina.seebacher@porr.at

Biodiversität

Biodiversität ist die Grundlage funktionierender Ökosysteme – und damit auch eine zentrale Voraussetzung für nachhaltiges Bauen. Bauprojekte greifen in bestehende Lebensräume ein, gleichzeitig ist die Branche auf intakte Ökosysteme angewiesen.

Die PORR setzt daher gezielt Maßnahmen, um Auswirkungen auf Flora, Fauna und Lebensräume zu minimieren und Biodiversität aktiv zu fördern – sowohl auf Baustellen als auch an eigenen Standorten.

© MW-Architekturfotografie

Schutz und Förderung von Biodiversität
Ziele 2030

Die PORR verfolgt das Ziel, Biodiversität im Rahmen ihrer Tätigkeiten zu schützen und zu fördern. Im Fokus steht dabei, Beeinträchtigungen von Ökosystemen, etwa durch Emissionen oder Bodenversiegelung, zu reduzieren und gleichzeitig Risiken aus regulatorischen Anforderungen und der Abhängigkeit von Ökosystemdienstleistungen aktiv zu steuern.

Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen: etwa durch Projekte im Bereich Renaturierung, Rekultivierung und naturbasierte Lösungen. Die Ausrichtung orientiert sich an internationalen und europäischen Rahmenwerken wie der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 und dem globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal.

Umsetzung im Projekt und am Standort
Strategische Maßnahmen

Um Biodiversität systematisch zu berücksichtigen, setzt die PORR auf ortsabhängige Schutzmaßnahmen auf Baustellen und PORR Standorten. Diese reichen von der Anpassung von Bauabläufen über Schutzmaßnahmen für sensible Lebensräume bis hin zur gezielten Gestaltung von Standorten, etwa durch naturnahe Begrünung oder die Schaffung von Rückzugsräumen für Tiere.

Ergänzend wird ein Katalog zu Biodiversitätsmaßnahmen und Bodenressourcenschonung auf Baustellen entwickelt. Dieser bündelt naturbasierte Lösungen und standardisierte Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und wird schrittweise in bestehende Prozesse integriert.

Darüber hinaus setzt die PORR auf Realisierung bedarfsorientierter Mitigationsmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem Projekte wie die Anlage und Pflege von Streuobstwiesen, die gezielt zur Förderung der lokalen Biodiversität beitragen und verbleibende Eingriffe ausgleichen.

Beim Projekt Sillschlucht am Brenner gelang es der PORR, komplexe Infrastrukturmaßnahmen mit der Renaturierung sensibler Lebensräume zu verbinden. Durch ein interdisziplinäres Gesamtkonzept wurden Bauwerke harmonisch in die Landschaft integriert und ökologische Aufwertungen gezielt umgesetzt.

Beim Bau der neuen Stadtbrücke in Drammen hat der Schutz von Tierarten oberste Priorität. Bauarbeiten wurden gezielt an die Lebenszyklen von Fischarten angepasst, um Eingriffe in das Ökosystem so gering wie möglich zu halten.

Mit der Initiative bee@PORR setzt die PORR ein klares Zeichen gegen das Bienensterben und fördert aktiv die Biodiversität. Mit mehr als 470 Bienenstöcken an knapp 50 Standorten sowie Bildungsangeboten wie einem Bienenlehrpfad wird Wissen aufgebaut und weitergegeben. 

Wasser

Wasser ist eine zentrale Ressource im Bauprozess – gleichzeitig wird ein verantwortungsvoller Umgang damit immer wichtiger. Klimawandel, steigende Anforderungen und regionale Wasserknappheit erhöhen den Druck auf ein effizientes Wassermanagement.

Die PORR setzt daher auf eine gezielte Steuerung von Wasserverbrauch und -entnahme, um Ressourcen zu schonen, Prozesse effizient zu gestalten und langfristig die Verfügbarkeit von Wasser zu sichern.

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Verbesserung der effizienten Wassernutzung
Ziel 2030

Die PORR verfolgt das Ziel, den Wasserverbrauch entlang der gesamten Wertschöpfungskette kontinuierlich zu optimieren und negative Auswirkungen auf Ökosysteme zu vermeiden. Gleichzeitig soll durch nachhaltige Wassernutzung die betriebliche Effizienz gesteigert werden.

Zentrale Steuerungsgröße ist die Water Intensity Ratio, mit der die PORR ihre Wassereffizienz misst. Im Basisjahr 2024 lag der Wert bei 0,04. Ziel ist es, die WI-Ratio bis 2030 trotz steigender Anforderungen auf maximal 0,1 zu begrenzen und damit einen effizienten Umgang mit Wasser langfristig sicherzustellen.

Im Jahr 2025 lag die WI-Ratio bei 0,05. Die Entwicklung zeigt, dass der Wasserbedarf durch neue Anforderungen zwar steigt, gleichzeitig aber gezielt gesteuert wird, um Ressourcen effizient einzusetzen und die Verfügbarkeit von Wasser langfristig zu sichern.

Wasserziel

Wassermanagement in der Praxis
Strategische Maßnahmen

Um den Wasserverbrauch nachhaltig zu steuern, analysiert die PORR systematisch alternative Wasserquellen und setzt verstärkt auf Grauwasser statt Frischwasser. Ziel ist es, den Einsatz von Leitungswasser zu reduzieren und vorhandene Ressourcen wie Brunnen-, Niederschlags- oder Grauwasser effizient zu nutzen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Erarbeitung individueller Standortkonzepte. Für besonders wasserintensive Standorte und Regionen mit Wasserstress werden maßgeschneiderte Lösungen entwickelt, um den Verbrauch gezielt zu senken und lokale Gegebenheiten optimal zu berücksichtigen.

Ergänzend wird ein Maßnahmenkatalog zur effizienten Wassernutzung aufgebaut. Dieser integriert nachhaltige Wassernutzung bereits in die Planungsphase von Bauprojekten und schafft eine einheitliche Grundlage für den ressourcenschonenden Einsatz von Wasser in der gesamten PORR Gruppe.

Bewusstseinsförderung

Nachhaltigkeit beginnt im Denken und Handeln jedes Einzelnen. Die PORR setzt daher gezielt auf Bewusstseinsförderung, um Wissen, Haltung und Eigenverantwortung für nachhaltiges Handeln im gesamten Unternehmen zu stärken.

Schulungen, Trainings und ein klarer struktureller Rahmen sorgen dafür, dass Themen wie Klimaschutz, Ressourcenschonung und Integrität fest im Arbeitsalltag verankert sind.

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Operative Integration durch Schulungsangebote
Ziel 2030

Nachhaltigkeit wird bei der PORR Schritt für Schritt im Arbeitsalltag verankert – durch gezielte Schulungsangebote, die auf unterschiedliche Zielgruppen und Themen zugeschnitten sind. Im Fokus stehen zentrale ESG-Themen wie Dekarbonisierung, Wasser, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Bauen.

Die Fortschritte werden über die Quote der Schulungsimplementierung gemessen. Sie basiert auf vier zentralen Themenbereichen. Im Basisjahr 2024 lag die Quote bei 0 %, bis 2030 sollen alle umgesetzt sein.

Im Jahr 2025 wurde mit den Schulungen für Lead- und Local Buyer bereits ein Bereich umgesetzt. Damit sind aktuell 25 % erreicht.

Bewusstseinsziel

Kompetenzaufbau für nachhaltiges Handeln
Strategische Maßnahmen

Um Nachhaltigkeit langfristig im Unternehmen zu verankern, setzt die PORR auf einen gezielten Kompetenzaufbau in allen relevanten Bereichen. Ein zentraler Baustein ist der gruppenweite Wissensaufbau im Bereich Corporate Sustainability zur Förderung der Dekarbonisierung, der ein einheitliches Verständnis der strategischen Ziele schafft.

Gleichzeitig wird die Stärkung der ESG-Kompetenz im Bereich des nachhaltigen Bauens auf allen Ebenen des Bauprozesses vorangetrieben. Dadurch werden Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in Planung, Beschaffung und Ausführung integriert.

Ergänzend vermitteln praxisnahe Umweltschulungen zur Förderung von Kreislaufwirtschaft, Biodiversität und Wassermanagement konkrete Handlungskompetenzen für den Arbeitsalltag. Sie zeigen, wie Ressourcen effizient genutzt und Umweltwirkungen reduziert werden können.

Auch im Einkauf wird Nachhaltigkeit gezielt verankert: Zielgerichtete Schulungen für Lead- und Local Buyer mit Fokus auf nachhaltige Beschaffung stärken die Rolle der Einkaufsverantwortlichen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für ESG-Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Dekarbonisierung

Die Bauwirtschaft zählt zu den ressourcen- und energieintensiven Branchen und trägt wesentlich zum Klimawandel bei. Damit kommt ihr auch eine besondere Verantwortung zu.

Die PORR erfasst seit 2024 jährlich ihre Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Form einer vollständigen Klimabilanz gemäß dem Greenhouse Gas Protocol. So werden Emissionstreiber transparent, Reduktionspotenziale sichtbar und Fortschritte messbar.

Spezialtiefbau Forbach
© PORR

Emissionsreduktion
Ziel 2030

Mit der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 hat die PORR erstmals einen klaren, wissenschaftsbasierten Reduktionspfad definiert.

Auf Basis der vollständigen Klimabilanz 2024 wurden Ziele festgelegt, die sich an den Anforderungen der Science Based Targets Initiative (SBTi) orientieren und mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens in Einklang stehen. Die PORR verfolgt klare, wissenschaftsbasierte Reduktionsziele für ihre Treibhausgasemissionen und hat sich zur Science Based Targets Initiative bekannt.

Emissionsziele

  • Scope 1 und 2: Reduktion um 43 %: Im Vergleich zum Basisjahr 2024 (224,1 Tsd. t CO2e) konnten die Emissionen 2025 bereits um 22,5 % auf 173,6 Tsd. t CO2e gesenkt werden.

     

  • Scope 3: Reduktion um 25 %: Im Vergleich zum Basisjahr 2024 (4.071,8 Tsd. t CO2e) konnten die Emissionen 2025 bereits um 12,9 % auf 3.546,2 Tsd. t CO2e gesenkt werden.

Dekarbonisations-ziel

Unser Commitment

Die PORR Klimabilanz

Die Klimabilanz ist die zentrale Mess- und Steuerungsgrundlage der PORR auf dem Weg zur Dekarbonisierung. Sie schafft Transparenz über direkte und indirekte Emissionen und ermöglicht eine jährliche Fortschrittsmessung entlang des definierten Zielpfads bis 2030.

So wird sichtbar, wie sich Maßnahmen, Investitionen und technologische Entwicklungen auf die Emissionen auswirken. Gleichzeitig bildet sie die Grundlage dafür, den Dekarbonisierungsplan laufend zu überprüfen, gezielt weiterzuentwickeln und an neue regulatorische, technologische und marktseitige Rahmenbedingungen anzupassen.

Dekarbonisierungsplan 2030
Strategische Maßnahmen

Der Dekarbonisierungsplan ist der strategische Fahrplan der PORR zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen. Er umfasst die eigenen Geschäftsaktivitäten ebenso wie vor- und nachgelagerte Prozesse und berücksichtigt damit die wesentlichen Emissionstreiber entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Grundlage des Plans ist die systematische Analyse der Klimabilanz. Sie zeigt, in welchen Bereichen die größten Emissionen entstehen und wo die wirksamsten Hebel für Reduktionen liegen. Daraus wurden sieben strategische Dekarbonisierungshebel abgeleitet, die den Rahmen für die operative Umsetzung bis 2030 bilden. Der Fortschritt wird jährlich anhand der Klimabilanz gemessen, regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.

Sieben Dekarbonisierungshebel

Die PORR setzt ihren Dekarbonisierungsplan über sieben strategische Hebel um, die auf die wesentlichen Emissionstreiber der Klimabilanz ausgerichtet sind.

Alternative Treibstoffe und Elektrifizierung

Dieser Hebel adressiert vor allem direkte Emissionen aus dem Einsatz von Maschinen, Geräten und dem Fuhrpark. Im Fokus stehen der verstärkte Einsatz alternativer Treibstoffe wie HVO100 sowie die schrittweise Elektrifizierung geeigneter Anwendungen.

Energiewende mit Grünstrom

Ziel ist die Reduktion energiebezogener Emissionen durch den Ausbau der Eigenstromerzeugung, den verstärkten Bezug von zertifiziertem Grünstrom und den optimierten Energieeinsatz in betrieblichen Prozessen an Standorten und auf Baustellen.

Klimafreundliche Immobilien

Dieser Hebel umfasst sowohl Neubauten als auch konzerneigene sowie gemietete Gebäude. Durch energieeffiziente Standards, optimierte Gebäudetechnik und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energiesysteme sollen Emissionen aus dem Immobilienbetrieb gesenkt werden.

Optimierte Mischverfahren

In der Asphalt- und Betonproduktion setzt die PORR auf technische und prozessuale Optimierungen, um den Energie- und Ressourceneinsatz zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem energieeffizientere Produktionsprozesse, höhere Recyclinganteile in Mischgütern und der Einsatz emissionsärmerer Materialien.

Emissionsärmere Materialien und Transport

Da eingekaufte Materialien den größten Anteil an den Emissionen haben, setzt die PORR auf die systematische Berücksichtigung emissionsärmerer Baustoffe und die Integration emissionsbezogener Kriterien in die Beschaffung. Ergänzend werden Transport- und Logistikprozesse entlang der Lieferkette adressiert.

Abfälle vermeiden – reduzieren – recyclen

Dieser Hebel stärkt die Kreislaufwirtschaft und reduziert emissionsrelevante Abfallströme. Im Mittelpunkt stehen eine verbesserte Materialplanung, die Wiederverwendung von Baustellenmaterialien, der Einsatz von Recyclingbaustoffen und die Priorisierung stofflicher Verwertungsverfahren.

Verlängerung des Lebenszyklus von Betriebsmitteln

Durch längere Nutzungsdauern, gezielte Wartung und optimierte Nutzungskonzepte sollen ressourcenintensive Neubeschaffungen reduziert werden. Ein erster Schwerpunkt liegt auf der verlängerten Nutzung von IT-Hardware.

Mit der modernsten Asphaltmischanlage Österreichs in Wien Simmering zeigt die PORR, wie Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft zusammenwirken. Die Anlage ermöglicht eine innovative Technologie Recyclingquoten von bis zu 100 % und ermöglicht damit eine Reduktion der Emissionen. 

Im Wiener Bezirk Penzing setzt die PORR erstmals ausschließlich elektrisch betriebene Baugeräte ein. Gemeinsam mit der Stadt Wien und Forschungspartnern wird untersucht, wie Baustellen künftig nahezu emissionsfrei betrieben werden können.

Gemeinsam mit den Wiener Netzen erprobt die PORR den Einsatz eines nahezu CO2-neutralen Bautrupps mit elektro- und wasserstoffbasierten Geräten. Das Pilotprojekt zeigt, wie sich Emissionen im Baustellenbetrieb um bis zu 90 % reduzieren lassen.

Die PORR treibt den Ausbau erneuerbarer Energie konsequent voran. Bereits 23 Photovoltaik-Anlagen sind in Betrieb, weitere folgen. Perspektivisch kann damit rund ein Drittel des Strombedarfs selbst gedeckt werden. Ergänzend stärkt eine eigene Bürgerenergiegemeinschaft die standortübergreifende Versorgung mit Grünstrom. 

Zirkularität

Bauen bedeutet immer auch den Einsatz von Ressourcen. Umso wichtiger ist es, Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten.

Die PORR arbeitet daran, den Übergang von einem linearen zu einem zirkulären Bauprozess konsequent voranzutreiben – mit dem Ziel, Abfälle zu reduzieren, Ressourcen effizient zu nutzen und Materialien wiederzuverwenden.

Europäisches Parlament Wien
© pierer.net

Weiterentwicklung der Wertschöpfungskette zum Wertschöpfungskreislauf
Ziel 2030

Die PORR entwickelt ihre Wertschöpfungskette Schritt für Schritt zu einem geschlossenen Kreislauf weiter. Materialien sollen möglichst lange genutzt, wiederaufbereitet und in neue Projekte integriert werden. So werden Umweltbelastungen reduziert und gleichzeitig neue Potenziale für Effizienz und Innovation erschlossen.

Die Fortschritte zeigen sich in der steigenden internen Recyclingeinsatzrate. Ausgehend von 51,1 % im Basisjahr 2024 arbeitet die PORR darauf hin, diesen Anteil bis 2030 auf 70 % zu erhöhen.

Im Jahr 2025 liegt die Rate bereits bei 57,2 %. Die Entwicklung macht deutlich: Recycling wird Schritt für Schritt in die Prozesse integriert und der Übergang zu einer zirkulären Bauweise konsequent vorangetrieben.

Zirkularitätsziel

Mehr Recycling, weniger Abfall
Strategische Maßnahmen

Um Materialien im Kreislauf zu halten, setzt die PORR auf Innovation, Digitalisierung und klare Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein zentraler Ansatz sind Forschungs- und Innovationsprojekte zur Kreislaufwirtschaft, mit denen neue Lösungen für die Wiederverwertung von Baustoffen entwickelt und in die Praxis überführt werden.

Gleichzeitig unterstützt die Einführung digitaler Tools zur Messung und Lenkung von Material- und Abfallströmen auf Baustellen eine bessere Transparenz und Steuerung. Dadurch können Abfälle reduziert und Ressourcen gezielter eingesetzt werden.

Mit der Ausrollung von Arbeitsanweisungen zur effizienten Ressourcennutzung und Entsorgerwahl werden klare Standards geschaffen, die den Umgang mit Materialien und Abfällen im Arbeitsalltag verbessern und Risiken minimieren.

Ergänzend wird die Verbesserung der Ressourcennutzung und Entsorgerwahl vorangetrieben, etwa durch optimierte Logistiklösungen und regionale Verwertungskonzepte, die Transportwege reduzieren und die Effizienz steigern.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des PORR internen Recyclings. Durch gezielte Trennung, Aufbereitung und Wiederverwendung von Materialien wird der Einsatz von Primärrohstoffen reduziert und der Kreislaufgedanke im Bauprozess gestärkt.

Recycling

Vom Baustellenabfall zum Recyclingprodukt

Das RCH Recycling Center Himberg ist eines von vielen Recyclinganlagen, die sich mit der Aufbereitung von Baurestmassen beschäftigt.

Die PORR entwickelt ihre Wertschöpfungskette gezielt hin zum Wertschöpfungskreislauf: durch zirkuläres Design, materialeffiziente Planung und Projekte wie UP!crete oder die Gips-zu-Gips-Recyclinganlage. Ziel ist eine ressourcenschonende Umsetzung auf der Baustelle – mit maximaler Materialeffizienz und minimalem Abfall.

Mit dem neuen Werk in Stockerau setzt die PORR gemeinsam mit Partnern neue Maßstäbe in der Kreislaufwirtschaft. Gipsabfälle werden sortenrein aufbereitet und als Rezyklat wieder in die Produktion zurückgeführt. So entstehen geschlossene Materialkreisläufe und natürliche Ressourcen werden geschont.

Ein Pilotprojekt zeigt, wie Dämmstoffe bereits beim Rückbau effizient getrennt und wiederverwertet werden können. Mithilfe eines innovativen Bagger-Anbaugeräts wird EPS von mineralischen Bestandteilen getrennt und sortenrein erfasst. Das ermöglicht neue Recyclingprozesse und stärkt die Kreislaufwirtschaft direkt auf der Baustelle. 

Lieferkette

Ein Großteil der Klimaauswirkungen entsteht bereits vor dem eigentlichen Bau. Bei der PORR entfallen rund 95 % der gesamten THG-Emissionen auf Scope 3 – davon der überwiegende Teil auf vorgelagerte Emissionen aus der Lieferkette.

Die Beschaffung wird damit zum entscheidenden Ansatzpunkt, um Nachhaltigkeit wirksam voranzutreiben und die Transformation gemeinsam mit Partnern zu gestalten.

ARGE H53 Brenner Basis Tunnel
© Wolfgang Gollmayer

Mindeststandards in der Beschaffung entlang der Lieferkette
Ziel 2030

Nachhaltigkeit wird bei der PORR zunehmend fester Bestandteil der Beschaffung – und entsteht im Zusammenspiel mit den Lieferanten. Anforderungen werden weiterentwickelt, Partnerschaften vertieft und gemeinsame Lösungen vorangetrieben.

Der Lieferanten-Engagement-Index konnte von 0% in 2024 auf 27 % in 2025 erhöht werden. Bis 2030 soll mindestens ein Drittel der wichtigsten Lieferanten aktiv eingebunden sein. Damit gewinnt der Dialog entlang der Lieferkette spürbar an Bedeutung.

Lieferkettenziele

Nachhaltigkeit gemeinsam vorantreiben
Strategische Maßnahmen

Die PORR setzt auf gezielte Maßnahmen, um Nachhaltigkeit in der Lieferkette konsequent zu verankern. Roundtables mit Lieferanten zur Kreislaufwirtschaft fördern den direkten Austausch zu Dekarbonisierung, Materialeinsatz und Recycling und schaffen eine gemeinsame Basis für Innovationen. Parallel dazu wird der Nachhaltigkeitskriterienkatalog für die Beschaffung überarbeitet, um Umweltanforderungen, Transparenz und zirkuläre Prinzipien noch stärker in Einkaufsentscheidungen zu integrieren.

Darüber hinaus steht die Verbesserung der lieferantenbezogenen Daten im Fokus. Durch digitale Lösungen und standardisierte Prozesse wird die Datenqualität erhöht, Transparenz geschaffen und eine fundierte Steuerung der Beschaffung ermöglicht.