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Bauprojekte

Historischer Moment am Brenner Basistunnel
BBT: Haupttunnelröhren erfolgreich verbunden

Wien, / Bauprojekte / Presseinformation

Die ARGE H53 bestehend aus PORR und MARTI hat am Brenner Basistunnel (BBT) einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Nahezu zeitgleich erfolgte in der westlichen und östlichen Haupttunnelröhre des Bauloses H53 Pfons–Brenner der Durchschlag zur Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien. Damit schließen die von Österreich aus aufgefahrenen Tunnelabschnitte an die bereits fertiggestellten Haupttunnelröhren des italienischen Bauloses H61 Mauls 2–3 an.

Factbox


  • Projektart: Tunnelbau, Spezialtiefbau
  • Leistungsumfang: Errichtung von zwei Haupttunnelröhren (25,2 km), zusätzliche 3,6 km Tunnelstrecken und sämtliche Innenschalen
  • Projektdauer: Knapp 6 Jahre

PORR CEO Karl-Heinz Strauss würdigt die außergewöhnliche Leistung der Mannschaften: „Ein bedeutender Moment wie dieser ist das Ergebnis von Einsatzbereitschaft, Fachkompetenz und Teamgeist. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben unter anspruchsvollen Bedingungen Außergewöhnliches geleistet. Wir haben bereits im Schulterschluss mit allen Projektbeteiligten enorm viel erreicht, gleichzeitig liegen noch wichtige Aufgaben vor uns. Heute feiern wir diesen Erfolg und blicken mit Stolz auf die eigene Leistung zurück.“

Der Durchschlag erfolgte rund 1.408 m unter der Geigenspitze auf einer Höhe von etwa 794 m über dem Meeresspiegel. An der Durchschlagsstelle arbeiteten sich die Vortriebsmannschaften durch Zentralgneis – ein besonders hartes Gestein der innersten und tiefsten geologischen Einheit des Tauernfensters. Die Bedingungen unter Tage waren anspruchsvoll: Felstemperaturen von rund 30 °C, lange Transportwege sowie die geologischen Anforderungen stellten Mensch und Technik gleichermaßen vor Herausforderungen.

Mit dem erfolgreichen Durchschlag sind Österreich und Italien nun auch über die beiden Haupttunnelröhren dauerhaft miteinander verbunden. Für die beteiligten Teams ist dies ein besonderer Augenblick: Nach Jahren intensiver Arbeit treffen die österreichischen Vortriebsmannschaften erstmals unter Tage auf ihre italienischen Kolleginnen und Kollegen. Die Freude und Erleichterung über das Erreichte sind entsprechend groß.

Höchste Präzision als Voraussetzung für den Erfolg

Der Sprengvortrieb im Los H53 startete im März 2024. Je nach Gebirgsverhältnissen konnten pro Sprengzyklus zwischen zwei und fünf Meter Tunnel hergestellt werden. Bis zum Durchschlag wurden im Baulos H53 Pfons–Brenner rund 5,0 km im Osttunnel sowie rund 5,1 km im Westtunnel im Sprengvortrieb aufgefahren.

Die beiden Haupttunnelröhren wurden gleichzeitig errichtet. Pro Vortrieb arbeiteten jeweils sechs bis acht Mitarbeitende im Vier-Schicht-Betrieb rund um die Uhr. Damit beide Röhren die Staatsgrenze nahezu zeitgleich erreichen konnten, war eine präzise Abstimmung sämtlicher Arbeiten erforderlich. Dazu zählten die exakte Vermessung der Tunnelachsen, die laufende Anpassung der Vortriebsleistung an die geologischen Verhältnisse sowie eine koordinierte Einsatzplanung von Personal, Maschinen und Material.

Über die gesamte Vortriebslänge von mehr als 5 km durfte die Abweichung von der geplanten Tunnelachse lediglich wenige Zentimeter betragen. Nur dank hoher Präzision konnten die von Österreich und Italien aus aufgefahrenen Tunnelabschnitte erfolgreich zusammengeführt werden.

Nächste Etappe auf dem Weg zur Fertigstellung

Der erfolgreiche Grenzdurchschlag unterstreicht einmal mehr die Leistungsfähigkeit der am Brenner Basistunnel beteiligten Teams. Mit jedem weiteren Baufortschritt rückt die Fertigstellung eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Europas näher und damit ein entscheidender Beitrag zu einem nachhaltigen europäischen Güter- und Personenverkehr auf der Schiene.

Der Brenner Basistunnel wird künftig mit einer Gesamtlänge von 64 km die wichtigste Nord-Süd-Eisenbahnverbindung durch die Alpen bilden und einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene leisten.

Nach dem heutigen Meilenstein richtet sich der Blick bereits auf die nächsten Bauetappen. In den kommenden Monaten treiben die beiden Tunnelbohrmaschinen Olga und Wilma die Haupttunnelröhren weiter in Richtung Innsbruck voran. Damit rückt dieses europäische Schlüsselprojekt einen weiteren Schritt näher.

Alle Daten und Fakten auf einen Blick

Auftraggeber

BBT SE

Auftragnehmer

PORR Bau GmbH, MARTI GmbH, MARTI Tunnel AG

Auftragsvolumen

EUR 959 Mio. (ARGE)

Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte:

Melanie Manner C

Melanie Manner

Media Relations & Pressesprecherin / PORR GROUP
+43 50 626 – 5867
comms@porr-group.com