Effiziente Verbindung
Umfahrung Pupping-Karling
Eferding, Österreich / 11.2024 - 07.2027
Mit der Umfahrung Pupping-Karling entsteht in Oberösterreich ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, das die Verkehrssituation in der Region nachhaltig verbessert. Die neue Trasse entlastet die Ortskerne vom Durchzugsverkehr, erhöht die Verkehrssicherheit und schafft gleichzeitig leistungsfähige Verbindungen für den regionalen Wirtschafts- und Pendlerverkehr.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Bau GmbH
Projektart
Straßenbau, Ingenieurbau, Erdbau, Gründung
Bauzeit
11.2024 - 07.2027
Moderne Verkehrsinfrastruktur für mehr Lebensqualität im Eferdinger Becken
Im Auftrag des Landes Oberösterreich, Abteilung Straßenbau, realisiert die PORR Bau GmbH zwischen November 2024 und Juli 2027 das Baulos LG1 der neuen Umfahrung Pupping-Karling im Raum Eferding. Das Projekt vereint Leistungen aus den Bereichen Erdbau, Straßenbau, Betonbau, Spezialtiefbau und Rammtechnik und zählt mit einem Auftragsvolumen von rund 31,6 Millionen Euro zu den bedeutenden Straßenbauvorhaben der Region.
Die neue Bundesstraße B130 erstreckt sich über eine Länge von rund 4,6 Kilometern und wird durch weitere etwa 2 Kilometer Nebenwege ergänzt. Neben dem klassischen Straßenbau umfasst das Projekt zahlreiche Ingenieurbauwerke und komplexe Gründungsmaßnahmen. Insgesamt werden rund 120.000 m³ Boden bewegt, wobei ein Großteil des Materials direkt vor Ort für den Dammbau wiederverwendet wird. Dadurch können Transportwege reduziert und Ressourcen effizient genutzt werden.
Anspruchsvoller Ingenieurbau unter komplexen Rahmenbedingungen
Besonders herausfordernd sind die geologischen und hydrologischen Bedingungen entlang der Trasse. Große Teile des Baugebiets befinden sich im Einflussbereich von Fließgewässern und Grundwasserzonen. Für die Unterführungen werden daher wasserdichte Konstruktionen in Form sogenannter Weißer Wannen errichtet. Die Bauwerke erreichen Einzellängen von mehr als 200 Metern und stellen hohe Anforderungen an Planung, Ausführung und Qualitätssicherung.
Zur Sicherung der Baugruben kommen Spundwände mit Tiefen von bis zu 20 Metern zum Einsatz. Die Gründung der Brückenbauwerke erfolgt mittels Bohrpfählen mit Durchmessern von bis zu 118 Zentimetern und Tiefen von bis zu 30 Metern. Diese Spezialtiefbaumaßnahmen gewährleisten die dauerhafte Standsicherheit der Bauwerke auch unter anspruchsvollen Baugrundverhältnissen.
Im Bereich des konstruktiven Ingenieurbaus entstehen insgesamt sieben Bauwerke, darunter Brücken über Flüsse, Bahntragwerke sowie Unterführungen. Für deren Herstellung werden rund 20.000 m³ Beton und etwa 2.200 Tonnen Bewehrungsstahl verarbeitet. Das Spektrum reicht von klassischen Ortbetonbrücken bis hin zu technisch anspruchsvollen Sonderbauwerken wie der Stahlbogenbrücke Hartkirchen. Mit einer Spannweite von 99 Metern, einer Bogenhöhe von 15 Metern und einem Stahlgewicht von rund 600 Tonnen zählt sie zu den markantesten Bauwerken des Projekts.
Bauen unter laufendem Bahnbetrieb und hohe Umweltstandards
Eine besondere Herausforderung stellt die Errichtung der Bahntragwerke unter laufendem Bahnbetrieb dar. In enger Abstimmung mit der ÖBB werden die Bauwerke zunächst seitlich der bestehenden Gleisanlagen hergestellt und nach Fertigstellung in ihre endgültige Position verschoben. Dabei kommen unter anderem Walzträger-in-Beton-Konstruktionen zum Einsatz, die hohe Lasten sicher aufnehmen und den Bahnbetrieb während der Bauzeit weitgehend auf echterhalten.
Neben den technischen Herausforderungen spielen auch Umwelt- und Landschaftsschutz eine zentrale Rolle. Im Zuge der Erdarbeiten wurden Bodenbelastungen durch Phosphate und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe festgestellt, die ein sorgfältiges Bodenmanagement und eine fachgerechte Entsorgung erfordern. Umfangreiche Rekultivierungsmaßnahmen und Ersatzpflanzungen sorgen dafür, dass die Eingriffe in die Landschaft des Eferdinger Beckens langfristig ausgeglichen werden. Ergänzend werden rund 290 Meter Lärmschutzwände errichtet, um die Lebensqualität der Anrainerinnen und Anrainer nachhaltig zu verbessern.
Infrastrukturkompetenz für die Region
Mit durchschnittlich 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Baustelle beweist die PORR ihre umfassende Kompetenz im modernen Infrastruktur- und Ingenieurbau. Dank einer präzisen Projektsteuerung, innovativer Bauverfahren und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten verläuft die Umsetzung äußerst erfolgreich. Der Baufortschritt ermöglicht sogar eine deutlich frühere Verkehrsfreigabe als ursprünglich vorgesehen. Das Projekt verspricht damit eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, die die Region langfristig stärkt, die Verkehrssicherheit erhöht und die Lebensqualität in den betroffenen Gemeinden nachhaltig verbessert.