München
Klärwerk Großlappen
München, Deutschland / 2024
Auf dem Gelände des Klärwerks Gut Großlappen im Münchner Norden entsteht eine neue Anlage zur thermischen Verwertung von Klärschlamm. Im Zuge des Ausbaus werden bestehende Leitungsnetze erweitert und zusätzliche Versorgungsverbindungen geschaffen. Für die Herstellung eines neuen unterirdischen Installationskanals übernahm der PORR Spezialtiefbau München im Auftrag der PORR Zweigniederlassung Saaldorf-Surheim die Herstellung einer wasserdichten Baugrube. Die zugehörige Ausführungs- und Einstichplanung erfolgte durch die PORR Spezialtiefbau Planung.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Spezialtiefbau GmbH
Projektart
Schlüsselfertige Baugruben
Bauzeit
2024
Wasserdichte Baugrube für einen 115 m langen Installationskanal
Neue Infrastruktur unter dem Klärwerksgelände
Das Klärwerk Gut Großlappen gehört zu den beiden städtischen Klärwerken Münchens. Im Rahmen der Erweiterung entstehen zusätzliche Anlagen zur Behandlung und Verwertung von Klärschlamm. Mit den neuen Anlagen wächst auch der Bedarf an Ver- und Entsorgungsleitungen. Diese verlaufen innerhalb begehbarer Installationskanäle, die die verschiedenen Anlagenteile miteinander verbinden und den Zugang für Kontrolle, Wartung und Betrieb ermöglichen. Der neue Installationskanal erreicht eine Länge von rund 115 m, liegt etwa 6,5 m unter der Geländeoberfläche und verfügt über ein lichten Maß von 4 × 4 m.
Wasserdichte Baugrube im Grundwasserbereich
Für die Herstellung des Kanals wurde eine bis zu 9 m tiefe Baugrube hergestellt. Da das Grundwasser teilweise ein bis zwei Meter über der Baugrubensohle anstand, war eine wasserdichte Ausführung erforderlich. Hierfür stellte der PORR Spezialtiefbau rund 200 m überschnittene Bohrpfahlwand her. Insgesamt wurden rund 3.300 Bohrmeter ausgeführt. Die Bohrpfähle erreichten Durchmesser von bis zu 880 mm und Längen von bis zu 13,5 m. So entstand die Grundlage für die anschließenden Kanal- und Rohbauarbeiten innerhalb des Klärwerksgeländes.
Arbeiten zwischen Bestand und Neubau
Der neue Installationskanal schließt an bestehende unterirdische Bauwerke des Klärwerks an. In diesen Anschlussbereichen waren zusätzliche Spezialtiefbauarbeiten erforderlich. Die Unterfangung bestehender Bauwerke sowie die Herstellung der Anschlüsse erfolgten mittels Düsenstrahlverfahren (DSV). Ergänzend wurden DSV-Abdichtungssäulen hergestellt. In Bereichen mit setzungsempfindlichen unterirdischen Einbauten kamen darüber hinaus Manschettenrohrinjektionssäulen zur Abdichtung einzelner Anschlusspunkte zum Einsatz.
Bauen im wasserführenden Baugrund
Die geologischen Verhältnisse des Standorts bestimmten die Ausführung der Bohrarbeiten. In tieferen Bereichen trafen einzelne Bohrpfähle auf wasserführende Sandschichten. Deshalb erfolgte die Herstellung dieser Pfähle unter Wasserauflast. Gleichzeitig wurden Teilbereiche der Baugrube temporär mit 4-Litzen-Ankern gesichert sowie durch I-Profilträger und Rohrsteifen ausgesteift. Schritt für Schritt entstand so die Baugrube für den neuen Installationskanal unter den Randbedingungen eines laufenden Klärwerksstandorts.
Grundlage für die neue Anlageninfrastruktur
Noch bevor die neuen Anlagenbauwerke sichtbar werden, entstehen unter der Geländeoberfläche die Verbindungen zwischen den einzelnen Bereichen des Klärwerks. Mit der Herstellung der Baugrube, der Bohrpfahlwände sowie der DSV- und Injektionsarbeiten wurden die Voraussetzungen für den Bau des neuen Installationskanals geschaffen. Damit wächst ein weiterer Abschnitt der technischen Infrastruktur des Klärwerks Gut Großlappen.